Man denkt natürlich mit gestiegenem Alter über Krankheit nach, zu viele im Umfeld waren plötzlich verstorben. Aber wie schnell alles gehen kann habe ich dann am eigenen Körper bitter erfahren dürfen.
In der Nacht vom 27.01 auf den 28.01.2025 wurde mir massiv schwindelig, ich konnte keinen Schritt mehr machen ohne mich an Wänden oder Möbeln festzuhalten. Hierzu war mir extrem schlecht und ich musste mich ununterbrochen übergeben. Als dies nach einiger Zeit nicht besser wurde rief ich über 112 den Rettungsdienst und das Unheil begann.
Die beiden Sanitäter waren dann der Meinung das ich wohl am besten ins Krankenhaus muss, aber ich selbst doch bitte bis Draussen gehen möge. Bei 0 Grad hangelte ich mich mit einem Schalfi bekleidet nach Draussen und durfte auf die Trage klettern. Im KH angekommen teilte ich der Ärztin im Notfallbereich alles mit was ich wusste und wurde geröntgt (an der Lunge, (verwundertschau) und dann auf Station verbracht. Die gesamte Nacht verbrachte ich damit auch das letzte aus mir heraus zu würgen.
Am nächsten Morgen teilte man mir mit das man mich dann noch zum MRT bringen will. Behandelt wurde ich auf eine Basenentzündung mit hochdosiertem Antibiotikum i.v.
Meine Nachfragen wegen eines MRT oder CT wurden immer vertröstet und es käme vorher noch ein Neurologe der mich anschauen würde. Dieser erschien dann nach einigen Tagen und teilte mir nach 5 Minuten Untersuchung, mit einem Kugelschreiber den er vor mir bewegte mit, ich habe einen Lagerungsschaden den man mit einigen wenn auch unangenehmen Übungen wieder in der Griff bekommt.
Eine Woche später wurde ich aus dem KH entlassen, ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht selbständig gehen und wir mussten selbst einen Rollstuhl besorgen um wenigstens bis zum Ausgang zu gelangen.
Daheim machten wir privat einen Termin für ein MRT, den wir zu meinem Glück innerhalb von 24 Stunden erhielten. Nach dem MRT wurde ich von der Praxis mit Rettungswagen ins nächstgelegene KH mit Stroke Unit (Schlaganfallstation) verlegt. Ich hatte in der besagten Nacht einen schweren ischämische Schlaganfall im Kleinhirn links erlitten. Zu retten war natürlich nach dieser Zeit nichts mehr, aber dort kümmerte man sich wenigstens um mich auch was die passenden Medikamente anging.
Nach erfolgter Reha geht es mir den Umständen entsprechend gut ausser das ich all' das was ich mal gerne gemacht habe nicht mehr ausüben kann. Die Ignoranz und Unfähigkeit der Ärzte im ersten KH ist an Inkompetenz kaum in Worte zu fassen. Die Spätfolgen sind nun Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen. Selbst normale Hausarbeit oder kleine körperliche Anstrengungen bei denen man den Kopf nach unten nehmen muss, fallen mir extrem schwer.
Ich war eine begeisterte Radfahrerin und spielte für mein Leben gerne Tennis. All diese Sachen sind für mich in weite Ferne gerückt. All dies hätte man vielleicht etwas besser wieder in den Griff bekommen können wenn Ärzte wenigstens halbwegs kompetent in ihrem Job wären. Ja ich weiss, diese Art Schlaganfall ist schwerer erkennbar als der den man so von Geschichten kennt., Aber mit einem CT direkt in der ersten Nacht hätte man mir besser helfen können. Dort hätte man Dinge erkannt und hätte mich von dort direkt ins passende KH gebracht.
Ich danke den Leuten die an mich geglaubt haben und mir in den ersten Wochen Kraft und Hoffnung gaben.
DANKE!